Fragen und Antworten

Nachfolgend eine Liste mit Fragen, die Patienten häufig dem Fachpersonal für Herzkrankheiten stellen. Es wurden allgemeine Antworten zu den jeweiligen Fragen gegeben. Diese können jedoch je nach Land oder nach den individuellen Patienten variieren. Für eine gezielte Beratung wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt. Denken Sie daran, es gibt keine dummen Fragen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Menschen mit Herzerkrankungen Brustschmerzen oder Unwohlsein verspüren.

Wenn Sie Folgendes spüren:

  • Drückende Schmerzen, Schwere oder Engegefühl in der Brust
  • Schmerzen im Arm, Hals, Kiefer, Rücken oder Magen
  • Schwitzen, Benommenheit, Unwohlsein oder Atemnot

Sollten Sie:

  • Aufhören mit dem, was Sie gerade tun
  • Hinsetzen und ausruhen

Hält der Schmerz für 5 bis 10 Minuten an, sollten Sie einen Rettungswagen rufen. Fahren Sie nicht selbst ins Krankenhaus und lassen Sie sich auch nicht von jemandem fahren. Ihr lokales Krankenhaus ist möglicherweise nicht rund um die Uhr für eine Herzinfarktbehandlung ausgerüstet.

Wenn Ihnen Glyceryltrinitrat-Spray (Nitrospray) verschrieben wird, sprühen Sie dieses einmal unter die Zunge.

Warten Sie 5 Minuten. Wenn die Schmerzen anhalten, sprühen Sie ein zweites Mal.
Warten Sie 5 Minuten. Wenn die Schmerzen anhalten, ein drittes Mal sprühen.

Maximal dürfen 3 Sprühstöße über 15 Minuten verabreicht werden. Wenn die Schmerzen nach 15 Minuten und nach drei Sprühstößen nicht abgeklungen sind, rufen Sie einen Rettungswagen.

Benutzen Sie kein Nitrospray, wenn Sie innerhalb der letzten 24 Stunden Medikamente zur Behandlung der erektilen Dysfunktion eingenommen haben.

Ruhen Sie sich aus, bis der Rettungswagen eintrifft.
Informieren Sie Ihren Hausarzt oder Kardiologen, wenn der Schmerz durch Nitrospray oder durch Ruhe gelindert wird, aber erneut oder häufiger auftritt. Führen Sie Buch und schreiben Sie alle Symptome und Schmerzen auf.

Ja, wenn Sie „blutverdünnende“ Medikamente einnehmen (Thrombozytenaggregationshemmer wie Ticagrelor, Prasugrel oder Clopidogrel und orale Antikoagulanzien wie Warfarin, Acenocoumarol oder Phenprocoumon), kann das vorkommen. Überprüfen Sie, ob Ihr INR-Wert (International Normalized Ratio, INR) nicht zu hoch ist.

Beobachten Sie die blauen Flecken. Fühlen sich Ihre blauen Flecken schmerzhaft an oder wenn Sie eine Verhärtung darunter fühlen, sollten Sie dies Ihrem Arzt oder Ihrem Pflegepersonal mitteilen.

Manche tun es – zum Beispiel Betablocker. Versuchen Sie, Ihre Medikamente morgens statt abends einzunehmen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem behandelnden Arzt oder Pflegepersonal.

Nach einem kardialen Ereignis nehmen Sie in der Regel lebenslang Aspirin. Gegebenenfalls müssen Sie auch andere Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Statine oder Antihypertensiva einnehmen. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, der Ihre Medikamente überprüft und überwacht und besprechen Sie mit ihm, welche Medikamente Sie weiterhin einnehmen müssen.

Wenn es Ihnen noch am selben Tag einfällt, dann nehmen Sie die Medikament später an diesem Tag ein. Wenn nicht, dann setzen Sie diesen einen Tag aus. Nehmen Sie die Medikamente dann wieder wie gewohnt am nächsten Tag. Verdoppeln Sie niemals die Dosis.

Weitere Informationen finden Sie in dem Video zur Medikamenteneinhaltung.

Die Antwort lautet Nein. Viele Menschen teilen die Sorge, dass sich der Stent in den Arterien bewegen kann, nachdem er eingeführt wurde. Sobald ein Stent in einer Arterie geöffnet ist, wächst das Gewebe der Arterienwand über den Stent. Der Stent wird zum Teil der Arterienwand und kann nicht verrutschen.

Sie können wieder Sex haben, sobald Sie sich bereit dazu fühlen. In der Regel nehmen Männer und Frauen ihr Sexualleben innerhalb weniger Wochen nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation wieder auf. Viele haben genauso oft Sex wie vor dem Ereignis. Doch manche sind danach auch weniger aktiv. Dies kann auf Angstzustände, Depressionen oder mangelndes Verlangen zurückzuführen sein. Es kommt immer auf die Kommunikation an. Reden Sie mit Ihrem Partner. Manchmal sind die Partner ängstlicher als die Patienten. Medizinische Behandlung, psychologische Beratung und etwas Wartezeit können helfen. Wenn Sie sich von einem Herzinfarkt erholen, sind Sie sich möglicherweise Ihres Herzschlags, Ihrer Atmung und Muskelverspannungen oder Verspannungen bewusster. Das ist eine normale Reaktion, machen Sie sich also keine Sorgen. Sie können sich berühren, halten und streicheln, ohne den Orgasmus als Ziel zu setzen. Sie und Ihr Partner können auch ohne Leistungsdruck intim miteinander umgehen. Sie können dann allmählich in aller Ruhe zu Ihrem ausgefüllten Sexualleben zurückfinden. Je selbstbewusster Sie sich fühlen, desto wohler fühlen Sie sich in Ihrer Haut und mit Ihrem Partner. Der Geschlechtsverkehr benötigt etwas mehr Energie als andere sexuelle Aktivitäten. Eine allgemeine Regel ist, dass Sie dazu bereit sind, wenn Sie zwei Treppen steigen können, ohne dabei außer Atem zu kommen. Patienten, bei denen keine Komplikationen auftreten, können innerhalb von einer Woche bis zu zehn Tagen ihr normales Sexualleben wieder aufnehmen. Nach einer Herzoperation dauert es im Allgemeinen acht Wochen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Sex und Herzkrankheit.

Die vollständigen Informationen über Cholesterin und den Unterschied zwischen LDL und HDL finden Sie auf der Cholesterin-Seite.

Ihr Kardiologe wird anhand verschiedener Aspekte entscheiden, wann Sie wieder Auto fahren können, doch auf der Seite Kann ich nach einer Herzerkrankung Auto fahren? finden Sie eine Faustregel.

Ihr Kardiologe wird anhand verschiedener Aspekte entscheiden, wann Sie wieder Auto fahren können, doch auf der Seite Kann ich nach einer Herzerkrankung Auto fahren? finden Sie eine Faustregel.

Wie lange Sie krankgeschrieben werden, sollte Ihr Kardiologe entscheiden. Einige Empfehlungen finden Sie jedoch auf der Seite Wann kann ich nach einem Herzinfarkt wieder zur Arbeit zurückkehren?.

  • Der Kardiologe, das Pflegepersonal oder der Apotheker wird Ihnen erklären, wie lange Sie jedes Medikament einnehmen müssen, welchen Zweck jede der Tabletten hat und welche Nebenwirkungen auftreten können.
  • Außerdem erhalten Sie einen Ausdruck mit den wichtigsten Informationen.
  • Wenn Sie weitere verengte Arterien haben, wird Ihr Kardiologe entscheiden, ob ein weiterer Eingriff erforderlich ist.

Wenn Sie sich wohlfühlen, können Sie das Haus sofort verlassen. Wenn Sie auf einer höheren Etage ohne Aufzug wohnen, dann steigen Sie anfangs die Treppen erst langsam hoch. Sie können Besorgungen erledigen. Beginnen Sie mit einfachen Tätigkeiten und nehmen Sie sich etwas mehr vor, sobald Sie sich danach fühlen. Sie können das Haus verlassen, um ein paar Einkäufe zu erledigen. Während des ersten Monats beschränken Sie Ihre Traglasten auf 5 kg. Hören Sie auf Ihren Körper. Wenn Ihr Körper Ihnen signalisiert, dass er müde ist, dann haben Sie sich zu viel zugemutet. Bestimmen Sie Ihr eigenes Tempo, bewegen Sie sich jeden Tag etwas mehr und bauen Sie Ihre Aktivitäten allmählich auf. Doch Ruhe spielt bei der Genesung auch eine wichtige Rolle.

Das ist von Land zu Land unterschiedlich. Der Sozialarbeiter wird Ihnen vor der Entlassung mitteilen, worauf Sie Anspruch haben. Das Ministerium für Gesundheit und Soziales Ihres Landes oder eine gleichwertige Einrichtung verfügt möglicherweise über eine Informations-Website oder eine Helpline. Eine Bürgerberatungsstelle in der Nähe kann auch Informationen bieten.

In einigen Ländern gibt es Selbsthilfegruppen. Fragen Sie Ihren Sozialarbeiter.

Sie sollten vier bis sechs Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt wiederholte Blutuntersuchungen durchführen lassen. Die Cholesterinwerte bestimmen, ob Ihre lipidsenkende Therapie angepasst werden muss.

Falls Sie Probleme mit der Einnahme der vom Krankenhaus empfohlenen Medikamente haben, wenden Sie sich so bald wie möglich an das Krankenhaus, den Kardiologen oder den Hausarzt. Brechen Sie die Einnahme von Medikamenten nicht plötzlich ab.

Sie werden als „chronischer Patient“ eingestuft und erhalten regelmäßige Nachuntersuchungen. Die Häufigkeit hängt von der örtlichen Praxis ab. Normalerweise sechs bis acht Wochen nach der Entlassung, dann halbjährlich und dann jährlich.

Mit einer gesunden Lebensweise können Sie dazu beitragen, ein weiteres Herzereignis zu verhindern. Hören Sie mit dem Rauchen auf, treiben Sie Sport, ernähren Sie sich gesund und verlieren Sie überflüssige Pfunde. Nehmen Sie außerdem Ihre Medikamente zur Behandlung von hohem Cholesterin, hohem Blutdruck und Diabetes ein.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Risikofaktoren für einen zweiten Herzinfarkt .

Sie sollten sofort mit dem Rauchen aufhören. Rauchen ist eine tödliche Suchtstörung und viele Gesundheitssysteme bieten Hilfe für den Rauchstopp an. Raucherentwöhnungsprogramme bieten Verhaltensunterstützung und Nikotinersatztherapie.

Nähere Informationen finden Sie auf der Seite Rauchen.

Nach Ihrem Herzinfarkt wird eine Herzrehabilitation dringend empfohlen. Sie beginnt etwa sechs Wochen nach dem Krankenhausaufenthalt.

  • Dafür benötigen Sie eine Überweisung von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Möglicherweise werden Sie während Ihres Krankenhausaufenthalts automatisch überwiesen. Wenn Sie jedoch innerhalb weniger Wochen nach der Entlassung nichts von Ihrem Herzrehabilitationszentrum gehört haben, wenden Sie sich an das Zentrum und fragen Sie nach, ob Sie überwiesen wurden.
  • Trainingsbasierte Herzrehabilitationsprogramme bieten ein Trainingsprogramm basierend auf Alter, Aktivitätsgrad vor dem Herzinfarkt und körperlichen Einschränkungen an. Sie beinhalten auch Hilfe zur Verbesserung anderer Lebensstil-Verhaltensweisen, Schulungen, Stressmanagement und psychologische Unterstützung.
  • Das Ziel ist, Ihnen Ratschläge zur Rückkehr in ein normales Leben zu geben und ein zukünftiges Herzereignis zu verhindern.

Ihre Flugtauglichkeit sollte von Ihrem Arzt festgestellt werden. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Wann kann ich nach einem Herzinfarkt wieder reisen?

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